6 Tage bis zur Stuttgarter Buchmesse
Was schief gehen kann, geht auch schief
22. Februar.
Noch sechs Tage.
Das ist weniger als eine Woche.
Nach ein paar schlaflosen Nächten bin ich inzwischen wieder guter Dinge.
Am Donnerstag hätte ich heulen können. Meine Rabenbücher, die ich bei Epubli veröffentlicht und für die Messe hab drucken lassen, sind angekommen.
Enttäuschung in Hardcover
Zehn Stück. Pro Autorenexemplar berechnet Epubli 20 Euro für den Druck. Das finde ich ziemlich viel Geld. Aber na ja – jetzt hab ich mich zu der Buchmesse angemeldet und dann muss ich ja auch Bücher mitnehmen. Sonst macht das ja keinen Sinn. Und nur eins mitzunehmen ist auch blöd. Dachte ich.
Voller Vorfreude nahm ich nun also das erste Buch in die Hand.
Der Umschlag, das Hardcover sah gut aus. Es fühlte sich gut an. Mein Herz hüpfte gleich ein bisschen höher.
Dann schlug ich es erwartungsvoll auf. Und war bitter enttäuscht.
Die Gestaltung, das Layout und meine Zeichnungen sehen gut aus, finde ich.
Die Qualität der Innenseite – also der gemeine Schwabe würde sagen: „erdemint“ (schwäbisch für „erbärmlich“). Vielleicht auch „obache“ (wörtlich übersetzt heißt das ja eigentlich „ungebacken“, „nicht fertig gebacken“, aber der Schwabe verwendet es meist für „unmöglich“). Ich würde sagen: Einfach miserabel. Unverkäuflich.
Wenn ich dann noch sehe, dass Epubli dafür einen Preis von 25 € festlegt – niemand auf der ganzen Welt kauft so ein Buch für 25 €. Und wenn er – oder sie – es doch kaufen würde, würde er – oder sie – sich hinterher richtig ärgern.
Schnittmarken und dünnes Papier
Was mach ich denn nun?
Meine erste Reaktion war ein wütender Brief an Epubli.
Papier zu dünn. Schnittmasken mitgedruckt.
Die Bücher kann ich auf der Buchmesse bestenfalls verschenken.
Kaufen wird sie so jedenfalls niemand.
Und nun fehlt die Zeit, sie nochmal neu drucken zu lassen. Die Zeit und das Geld. Nochmal 200 € ausgeben – das Geld hab ich einfach nicht.
Überhaupt ist so eine Buchmesse ohnehin ein teurer Spaß. 200 € hier und 300 € da – das läppert sich.
Meine erste Reaktion also war, die Veröffentlichung rückgängig zu machen.
Und dann kam auch noch die Mail von WeTransfer: Die Druckdatei für „Wir hatten ja nichts“ wurde bisher noch nicht heruntergeladen und läuft heute ab.“
Wenn das jetzt auch mit meiner Graphic Novel nicht klappt, hab ich gar nichts für die Buchmesse. Also nichts von dem, was ich eigentlich mitnehmen wollte. Weswegen ich mich eigentlich für die Buchmesse angemeldet hab.
Mich überkam eine leichte Panik. Na ja – so leicht war sie gar nicht. Ich würde sogar eher sagen: mittelschwer.
Ich hab dann also eine Mail an die Druckerei geschickt und die Datei nochmal per Wetransfer versendet.
Nie wieder Buchmesse!
Obwohl davon bin ich inzwischen gar nicht mehr so überzeugt.
Plan B: Flyer und Buchmesse auf der Alb
Im Juni gibt es eine Buchmesse hier auf der Alb.
Wenn ich in Stuttgart nichts verkaufe, könnte ich die Bücher ja nochmal mit auf die Alb nehmen. Und wenn ich wider Erwarten doch etwas verkaufe, hätte ich das Geld, um neue Bücher drucken zu lassen. Und den Raben nochmal von der Druckerei richtig schön drucken zu lassen.
Wobei ich die Bücher heute Morgen, als ich sie für diesen Blog fotografiert habe, gar nicht mehr so schlimm fand.
Na ja – jedenfalls erstmal war ich frustriert.
Ich bin dann erstmal in die Stadt gefahren, um ein bisschen Ausstattung für den Büchertisch zu kaufen. Kleine Stative zur Präsentation vielleicht, kleine Kisten, auf die ich die Bücher dekorieren kann, so dass sie nicht alle platt auf dem Tisch liegen. Irgendwas für Plakate und Schilder. Und wenigstens eine Tischdecke.
Abends dann, als ich dann so vor dem Fernseher saß, dachte ich, eigentlich hat Epubli gar keine Schuld. Ich hätte die Druckdatei ohne Schnittmaske anlegen sollen. Und anderes Papier wählen.
Aber ich brauch jetzt Plan B.
Ich sollte meine Bücher wenigstens veröffentlichen. Mit ISBN für die Buchhandlungen und sicherheitshalber auch bei Amazon als Softcover. Damit ich wenigstens Flyer mit Links zu den Büchern verteilen kann. Wenn ich sonst schon nichts hab.
Ich begann also zu recherchieren und die Bücher auf sämtlichen Plattformen zu veröffentlichen.
Die halbe Nacht lang.
Die andere Hälfte der Nacht bin ich ständig aufgewacht und hab überlegt, was ich noch machen kann.
Und dann war alles ganz einfach
Am Freitag dann war plötzlich alles ganz einfach.
Die Bücher sind veröffentlicht.
Jetzt mach ich noch Webseiten für meine Bücher und male Plakate.
Und druck vielleicht noch ein paar Flyer. Oder Karten?
Jedenfalls mit der Webadresse für die Bücher.
Wir werden sehen.
Es ist ja wie es ist: Ein echtes Abenteuer.
Einen schönen Tag wünscht Regina
