Alb Buch – Buchmesse Schwäbische Alb
Noch 4 Tage.
Was kann ich überhaupt live auf ein Flipchart zeichnen?
Noch 4 Tage.
Inzwischen habe ich Papier fürs Flipchart bestellt. Aber was soll da drauf? Ich weiß es nicht mehr. Gestern habe ich Hühner gemalt. Und Störche. Und ich weiß jetzt, dass man meine Störche wiedererkennt, wenn sie einen langen Schnabel und lange Beine haben. Wenn die dann noch rot sind, ist es klar. Die Hühner? Die brauchen einen Kamm oben am Kopf, dreieckige Schnäbel und darunter noch zwei kleine Hautsäckchen, auch rot. Also der Kamm und diese Säckchen. Der Schnabel nicht.
Perspektive, Bewegung, Haltung, Mimik, Gestik und Emotionen – das krieg ich hin.
Aber soll ich diese Tiere malen? Die Geschichte von der Landung im schwäbischen Hühnerhof? Oder soll ich nicht lieber etwas zeigen, live zeichnen, was ich tatsächlich mache?
Ich glaub, ich verzettel mich. Verzettel ich mich?
Ich könnte meine Graphic Novel Geschichte weiter vorzeichnen. Aber habe ich dafür die Ruhe?
Ich könnte jetzt die letzten 3 Seiten vorzeichnen – oder so viel ich eben schaffe – und dann während der Messe inken. Das braucht auch nicht so viel Konzentration. Aber sieht man da überhaupt was? Andererseits – das Kapitel hätte ich dann vielleicht schon mal fertig.
Oder ich schreibe den Plot für ein neues Bilderbuch – da kann ich ja Möwe, Storch, Dohle und Hühner verwenden. Dann brauche ich das Storyboard. Das könnte ich dann jetzt machen.
Die Frage ist, sind die Bilder bei so einer Bildergeschichte dann nicht zu überladen, um sie auf dem Flipchart live auf der Messe zu zeichnen?
Oder doch ein 4-Panel-Comic?
„Nimm noch eine Szene aus deiner Graphic Novel“, sagt Martin. „Oder mach einen 4-Panel-Comic. Dabei wären zumindest nicht so viele Figuren auf dem Papier.
Das ist, glaub ich, das Problem bei meiner Idee mit dem Storch im Hühnerhof: zu viele Figuren auf einer Seite.
Eine Szene aus meiner Graphic Novel könnte ich machen. Da sind nie so viele Figuren in einem Panel. Und die hab ich ja auch schon mal gezeichnet. Da hätte ich also eine Vorlage.
Ein 4-Panel-Comic. Ja, ich glaub, das könnte ich auch.
Und worüber?
Die Geschichte mit dem Storch im Hühnerhof? Ich brauche ja nicht so viele Hühner zu zeichnen. Oder ich mache sie nur ganz klein. Oder ich mache eine Szene, die es schon gibt.
Oder ich mache einen 4-Panels-Comic darüber, wie ich überlege, was ich denn zeichnen soll.
Oder eine andere Szene. Da fällt mir eine Szene neulich am Strand ein: Mutter und Kind spielen im Wasser so eine Art Pingpong mit Schläger und Ball. Erzählt das Kind:
„Als wir neulich im Schullandheim waren, haben wir auch Pingpong gespielt.
Wir hatten aber keine Schläger.
Da haben wir dann die Hände genommen.“
Pause …
„Einen Ball hatten wir auch nicht …“
Ach, ich weiß jetzt auch nicht.
Egal, was es wird – ich sollte erstmal anfangen.
Ich kann ja erstmal alles vorbereiten.
Was ich dann umsetze, kann ich ja immer noch entscheiden.
Aber egal, was es wird: Die Voraussetzung dafür, dass ich überhaupt etwas zu Papier bringe, ist, dass ich jetzt endlich erstmal anfange.
Also an die Stifte und los.
(Vielleicht mach ich mir doch erstmal einen Kaffee …
Nein, ich drück mich nicht …
Und das ist auch keine Prokrastination …
Oder doch …?)
Tschüss bis Sonntag
Sagt
Eure Regina
